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Horize

Unbequeme Wahrheiten

Dinge, die in IT- und Softwareprojekten selten auf Hochglanzfolien stehen – aber im Alltag trotzdem wahr sind.

#01

Nur weil Software teuer ist, muss sie nicht gut sein.

Ein bekannter Herstellername macht aus einer umständlichen Installation, mehreren Logins und einer schwer bedienbaren Oberfläche noch keinen guten Arbeitsprozess. Technik muss am Ende weniger Arbeit erzeugen. Genau daran messen wir sie.

#02

Excel kann ziemlich viel. Wissen, wo Ihr Monteur gestern das Aufmaß abgelegt hat, gehört nicht automatisch dazu.

Excel ist flexibel, weil es keine Struktur erzwingt. Genau das wird zum Problem, sobald mehrere Personen dieselbe Datei nutzen. Am Ende weiß niemand mehr sicher, welche Version aktuell ist – und wer sie zuletzt geändert hat.

#03

Wenn nur ein Mitarbeiter einen Prozess versteht, haben Sie kein System. Sie haben eine Abhängigkeit.

Solange diese Person da ist, funktioniert der Ablauf. Ist sie krank, im Urlaub oder kündigt, steht der Prozess. Ein System sollte unabhängig von einzelnen Personen funktionieren – sonst ist es kein Prozess, sondern ein Risiko mit Namen.

#04

Cloud macht einen schlechten Prozess nur ortsunabhängig schlecht.

Ein Umzug in die Cloud löst technische Probleme wie Serverwartung oder Erreichbarkeit. Doppelte Eingaben, unklare Zuständigkeiten oder fehlende Struktur werden dadurch nicht besser – sie lassen sich nur von überall aus erleben.

#05

Ausdrucken, unterschreiben und wieder einscannen ist kein digitaler Prozess. Es ist ein Papierprozess mit Zwischenstopp.

Das Ergebnis liegt zwar als PDF vor, entstanden ist es aber auf demselben Weg wie vor zwanzig Jahren. Ein digitaler Prozess beginnt digital, verläuft digital und endet digital – ohne Drucker dazwischen.

#06

Wenn derselbe Wert dreimal eingegeben wird, ist das selten Qualitätssicherung. Meistens ist es dreifache Arbeit.

Mehrfache Eingabe erzeugt keine Kontrolle, sondern zusätzliche Fehlerquellen: Jede Eingabe kann leicht abweichen. Ein Wert sollte einmal erfasst und danach weitergereicht werden – nicht dreimal neu getippt.

#07

Ein eigenes Gäste-WLAN ist nur dann eine echte Trennung, wenn die Netze technisch tatsächlich voneinander getrennt sind.

Der Name suggeriert Sicherheit, die Netzwerkstruktur dahinter oft nicht. Ohne echte Segmentierung können Gästegeräte trotzdem Zugriff auf interne Systeme bekommen. Trennung ist eine Frage der Konfiguration, nicht der Bezeichnung.

#08

Ein ERP, das niemand gern benutzt, bekommt irgendwann Gesellschaft von Excel.

Wenn eine Software im Alltag zu umständlich ist, suchen sich Mitarbeiter Abkürzungen. Meistens landet die eigentliche Arbeit dann parallel in einer Excel-Tabelle – und das teure System wird zur Pflichtübung nebenbei.

#09

Fotos auf fünf Smartphones sind kein Dokumentenmanagement.

Ohne zentrale Ablage weiß niemand, welches Foto zu welchem Auftrag gehört, sobald das Telefon gewechselt wird oder der Mitarbeiter nicht erreichbar ist. Dokumentation muss auffindbar sein – nicht nur irgendwo vorhanden.

#10

„Das machen wir schon immer so“ erklärt einen Prozess. Es rechtfertigt ihn nicht.

Historisch gewachsene Abläufe hatten oft einmal einen guten Grund. Ob dieser Grund heute noch gilt, wird selten geprüft. Ein Prozess sollte daran gemessen werden, ob er heute noch sinnvoll ist – nicht daran, wie lange es ihn schon gibt.

#11

Marktführer heißt nicht automatisch: gut bedienbar.

Marktanteil sagt etwas über Verbreitung aus, nicht automatisch über Bedienbarkeit. Entscheidend ist, wie gut Mitarbeiter ihre täglichen Aufgaben damit erledigen können.

#12

Ein Server ist nicht zuverlässig, nur weil er gestern noch lief.

Zuverlässigkeit zeigt sich nicht im Normalbetrieb, sondern im Ausfall: Gibt es ein aktuelles Backup, eine Ersatzlösung, einen Plan? Ohne diese Antworten ist ein laufender Server nur ein Server, der noch nicht ausgefallen ist.

#13

Wenn der Auftragsstatus erfragt werden muss, ist er nicht wirklich dokumentiert.

Dokumentation, die nur im Kopf eines Mitarbeiters existiert, ist keine Dokumentation im eigentlichen Sinn. Ein Status sollte jederzeit nachvollziehbar sein, ohne dass jemand extra angerufen oder gefragt werden muss.

#14

Eine Schnittstelle aus Copy, Paste und E-Mail bleibt Handarbeit.

Auch wenn Daten am Ende in beiden Systemen ankommen: Solange ein Mensch sie manuell überträgt, ist das keine automatisierte Integration. Es ist eine Übergabe, die genauso gut per Zettel funktionieren würde – nur langsamer.

#15

Mehr Funktionen machen Software nicht automatisch besser. Oft machen sie nur das Menü länger.

Jede zusätzliche Funktion muss irgendwo im Interface untergebracht werden. Wenn die meisten davon selten genutzt werden, wird die Bedienung für den täglichen Kernprozess komplizierter – nicht leistungsfähiger.

#16

Ihre Mitarbeiter sollten Kundenprobleme lösen. Nicht Dateipfade auswendig lernen.

Wenn Zeit dafür draufgeht, herauszufinden, wo ein Dokument liegt oder welches Tool gerade zuständig ist, fehlt sie an anderer Stelle. Gute Systeme sollten so selbstverständlich funktionieren, dass die eigentliche Arbeit im Vordergrund bleibt.

#17

Ein PDF ist digital. Der Prozess davor und danach muss es deshalb noch lange nicht sein.

Ein digitales Dateiformat sagt nichts darüber aus, wie es entstanden ist oder wie es weiterverarbeitet wird. Wird es ausgedruckt, unterschrieben, wieder gescannt und dann per E-Mail verschickt, bleibt der eigentliche Ablauf analog.

#18

Der günstigste IT-Aufbau wird teuer, sobald drei Leute nicht arbeiten können.

Einsparungen bei Netzwerk, Backup oder Wartung zeigen sich oft erst im Ernstfall. Ein Ausfall, der mehrere Mitarbeiter für Stunden lahmlegt, kann schnell mehr kosten, als bei der ursprünglichen Lösung eingespart wurde.

#19

Wenn niemand weiß, wer für das Backup zuständig ist, lautet die Antwort vermutlich: niemand.

Zuständigkeit ohne klare Zuordnung existiert in der Praxis nicht. Ohne eine Person oder einen Prozess, der Backups regelmäßig prüft, bleibt es beim Prinzip Hoffnung – bis der Ernstfall etwas anderes zeigt.

#20

Die beste Softwarefunktion ist manchmal die, die einen Arbeitsschritt komplett verschwinden lässt.

Nicht jede Verbesserung braucht eine neue Funktion. Manchmal ist die wirkungsvollste Änderung, einen bisher notwendigen Schritt schlicht überflüssig zu machen – weil ein System das, was vorher manuell passierte, automatisch mitliefert.

Was kostet Sie gerade unnötig Zeit?

Vielleicht ist es ein Auftragsprozess. Vielleicht das WLAN. Vielleicht ein System, aus dem jeden Morgen jemand Daten in ein anderes kopiert.

Zeigen Sie uns, wo es hakt. Wir sagen Ihnen, ob wir sinnvoll helfen können.